Freiwillige Feuerwehr – mit großer Geschichte

Die Idee einer freiwilligen Feuerwehr, also einer Feuerwehr bestehend aus Männern und Frauen aus einer Gemeinde zum Schutz dieser Gemeinde vor Bränden und Katastrophen, ist über 200 Jahre alt. Geboren wurde sie im heutigen Saarland, als im Jahr 1811 ein Großbrand die Regierungen von Frankreich zum Umdenken bestehender Strukturen zwang. Sie setzte für ihre neue Freiwillige Feuerwehr Maßstäbe an, wie sie bereits zuvor von Napoleon per Dekret für die Landeshauptstadt Paris definiert worden waren. Die Eckpfeiler des Konzeptes waren die freiwillige Rekrutierung von Personal, eine straffe, militärgleiche Organisation und der unbezahlte Dienst für das Gemeinwohl.

Die Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland

Das damalige Deutsche Kaiserreich zog gut 30 Jahre später mit den Franzosen gleich. 1841 gründete sichdie erste freiwillige Feuerwehr im heutigen Sachsen. In den Folgejahren gründeten sich dann im ganzen Reich weitere Wehren, die vor allem auf starke junge Männer setzten, da die damaligen Spritzenwagen noch von Muskelkraft bedient werden mussten. Sie kamen meist aus revolutionär geprägten Sport- und Turnvereinen und fanden in den Garden eine Heimat unter Gleichgesinnten. In dieser Zeit tauchte auch zum ersten Mal der heutig geläufige Begriff “Feuerwehr” das erste Mal in mehreren Zeitungen auf.

Der Gedanke ist älter

Bevor es freiwillige Feuerwehren mit klarer Organisationsstruktur gab, organisierten Gemeinden und Völker ihren Brandschutz vor allem hierarchisch. So verpflichteten schon die Adeligen im Mittelalter die niedereren Stände zum Feuerschutz. Eine der ältesten Verordnungen stammt aus Meran aus dem Jahr 1086 und verpflichtete vor allem Handwerker dazu, im Brandfall zu helfen. Viele mittelalterliche Städte brannten im Laufe der Jahre dennoch immer wieder nieder. Allein Lübeck wurde im 12. Jahrhundert gleich mehrmals komplett zerstört.

Eine der ersten Feuerwehren gründeten jedoch die Römer, die auch mit einem der bekanntesten Bränden in der Geschichte zu kämpfen hatten. So vernichtete der Großbrand, der Kaiser Nero zugeschrieben wird, große Teile des antiken Roms. Als Reaktion darauf formten die Römer die erste Wehr – bestehend aus 600 Sklaven.